Mit einem Zirkus über Land

 

Mit einem Zirkus über Land

zog einst ein Musikante.
Nicht arm, nicht reich, im roten Frack,
den weithin mancher kannte.
Er trug den roten Frack mit Ehr’,
mit Schnüren und mit Bommeln,
blies die Posaune jeden Tag
und schlug die Schellentrommeln.

 

Er wurde alt, er wurde dürr,

da packte ihn die Bosheit,
da kaufte er ein Affentier
- verzeiht ihm, wenn ihr groß seid -

das stecke er in seinen Frack
mit Schnüren und mit Bommeln,
das blies Posaun’ drei Mal am Tag,

schlug mit dem Fuß die Trommeln.

 

Er lebte seither ohne Sorg’,

er war die große Nummer!

Applaus von Hongkong bis New York:

Früh Sekt und abends Hummer!

Er gönnt sich noch manch fetten Tag
erwarb auf Sylt ein Grundstück.
Doch starb sein Affe dann in Prag
an ’nem verschluckten Mundstück.

 

Der Alte war verzweifelt schier,
stieg selbst ins Fell des Affen.
Er blies und schellt’ und äfft’ wie früh’r
und konnt es doch nicht schaffen:

Er ward durchschaut und ausgebuht,
was halfen Schnür und Bommeln?
Betrug! Der Kerl posaunt zu gut,
schlägt viel zu gut die Trommeln.