Die Nachtigall vom Gallenstein

Zu Gallstedt auf dem Gallenstein,
da war eine Nachtigall,
die pfiff so rein,
die sang so zart,
so ganz nach Nachtigallenart
mit mächtig-süßem Schall.

Den Herzog hat es Tag und Nacht
nach ihrem Lied begehrt:
Mein Jäger, lauf,
schaff sie mir ganz!
Da flog das Tier wohl außer Land´s
und ward nicht mehr gehört.

Der Jäger lief zum Schwager Schmied:
Ach, Freund, mein Amt ist schwer:
Bring ich dem Herrn
sein Vögelein nit -
der Teufel weiß, was dann geschieht!
Schaff mir ein andres her!

Der Meister kratzte sich am Kopf,
hat sich ans Werk gemacht:
mit Rädchen und
mit Fädchen und
mit Hühnerfedern, kunterbunt -
wie er die Sach' sich dacht.

Erschuf zum Schluss ein Federding,
das mit den Flügeln schlägt.
Auch eine Stimme
baut er ein:
Ein Blasbalg bläst ein Schlüsselein
im Federbauch versteckt.

Und kennt Ihr keine Nachtigall,
dann macht Euch auf die Reise:
Sie pfeift und singt
so zart und rein
zu Gallstedt auf dem Gallenstein.
Schulklassen halbe Preise.

 

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